Arabische Weber – Christliche Könige. Mittelalterliche Textilien aus Spanien

11.05.2020 – 08.11.2020

Vom 8. Jahrhundert bis 1492 herrschten muslimische Dynastien über weite Teile Spaniens. Mit der arabischen und maurischen Kultur kam auch die Seidenweberei auf die iberische Halbinsel. Die muslimischen Weber waren Meister ihres Fachs. Sie stellten die prächtigsten Stoffe her. Ihre Seidengewebe waren begehrte Luxusprodukte, die weit über die Landesgrenzen hinaus Furore machten. Als Kriegsbeute, diplomatisches Geschenk oder teure Handelsware gelangten sie auch in den Besitz der christlichen Könige im Norden Spaniens. Diese liessen daraus Gewänder schneidern oder stifteten die Gewebe der Kirche.

Die neue Sonderausstellung der Abegg-Stiftung präsentiert eine faszinierende Auswahl solch kostbarer Seidenstoffe aus vier Jahrhunderten.

Besonders spannend sind die Gewebe des 12. Jahrhunderts. Sie zeigen Muster aus runden Bildfeldern, in denen sich Adler, Löwen oder Fabelwesen präsentieren. Sie sind oft mit eingewebten arabischen Segenssprüchen ausgezeichnet. Diese Textilien haben die Jahrhunderte überlebt, weil sie im christlichen Reliquienkult verwendet oder weil Bischöfe in ihnen bestattet worden sind. Einige Stoffe des 14. und 15. Jahrhunderts weisen traditionell islamische Dekore auf: Sie kombinieren arabische Inschriften mit raffinierten geometrischen Flächenornamenten, die an die Wandgestaltung der Alhambra in Granada erinnern. Auf anderen, bunt gemusterten Stoffen finden sich Wappen christlicher oder muslimischer Herrscherfamilien. Sie zeugen vom jeweiligen Machtanspruch der Dynastien und auch von den Spannungen zwischen ihnen.

Eine Ausstellung/Veranstaltung von:

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