Freunde Sammeln – Suchraum Wildnis

06.09.2019 – 01.12.2019

Kann Kunst einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion um den Klimawandel leisten? Ja! So der Ausgangspunkt für die partizipative Ausstellung «Freunde sammeln – Suchraum Wildnis» im Kunstmuseum Thun. Zum 60. Geburtstag lädt der Förderverein Kunstmuseum Thun ein, aus der Sammlung eine eigene Ausstellung zu entwickeln. Den Beginn der Ausstellungskonzeption machte Sigfried Schertenleib (Präsident 2004 – 2015). Er wusste sofort auf welches Werk seine Wahl fällt. Der Berner Künstler George Steinmann ist mit seine fünfteiligen Serie Suchraum Wildnis (2006 – 2015) in der Sammlung vertreten. Wir sehen geheimnisvolle Einblicke in den Wald: aufrechte Bäume, gefallene Stämme, Dickicht. Alles wirkt sehr dunkel, doch es nicht Nacht. Die Fotos hat Steinmann in den Saft von selbst gesammelten Heidelbeeren getaucht. Das Lila zieht uns in die Tiefe der Wildnis.

So drücken es die Ausstellungsmacher in einem gemeinsam geschriebenen Text aus:

Ein Baum warst du gewesen, Deine Blätter sind gefallen, Dein Stamm liegt am Boden - Dein «Sein» liegt in der Vergangenheit… Jetzt bietest Du Platz für Neues, anderes Leben bevölkert Deinen Stamm und Deine Äste. Gleichzeitig wirst Du zum Sinn-Bild für die Kraft der stillen Erkenntnis. In jedem Grau aufflackernde Farbtupfer. Was tot scheint, lebt doch noch.

Eine Gruppe von sechs bunt gemischten Personen setzte sich mit diesem Werk auseinander und überlegte, was ihre Ausstellung beim Publikum bewirken soll: Respekt vor der Natur, Überlegungen zum eigenen Handeln und ein Bewusstsein für die labilen Zusammenhänge von Natur und Mensch. Dafür verliessen sie den Wald (obwohl es dazu sehr viele Werke in der Sammlung gab) und begaben sich in die hohen Berge, auch eine Form von Wildnis. Bergfotografien hängen in Nachbarschaft mit Im Schatten des Mondes von Paul Le Grand – auch eine Wildnis. Oder geht es eher um den ganzen Kosmos? Und was haben wir damit zu tun? Das entfaltet sich auf der gegenüberliegenden Wand: Eine Lichtung, die von Abfall übersät ist (Herbert Distel) oder eine Zeichnung, in der sich Wald und Wiesen überlagern mit Bergbahnen und Betonbauten (Monica Ursina Jäger) Dazwischen liegt eine mit Heidelbeersaft bemalte Wand mit einem Zitat, das einem beim Betreten des Projektraums enter ins Auge fällt:

«Wildnis […] braucht den Menschen nicht, aber der Mensch braucht Wildnis auch als Mass und um seiner Demut willen. […] In diesem Sinne ist der Erhalt der Wildnis kein Luxus, sondern Kulturaufgabe der menschlichen Gesellschaft.» (Quelle)

Eine Ausstellung/Veranstaltung von:

kunstmuseum-thun

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